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Pianistin Clara Haberkamp will mit dem Geld aus dem JazzBaltica Förderpreis Studioaufnahmen für ein neues Album finanzieren.


Salzau.
Eins ist Clara Haberkamp gewiss nicht: eine Selbstdarstellerin. Die junge Pianistin wirkt im Gespräch eher zurückhaltend, fast schüchtern. Dafür versteht sie es, ihrem Klavier hinreißende Klänge zu entlocken. Einmal schlägt sie ganz sanfte Töne an, dann richtig kraftvolle Akkorde. Dazu lässt die gebürtige Dortmunderin ihre Stimme glasklar erklingen. Wie ein Engel. "Ich habe immer gerne gesungen", erzählt sie. "Mit 14 nahm ich dann Gesangsunterricht."

Jetzt studiert sie im Nebenfach Gesang, am Berliner Jazzinstitut. Ihr Hauptfach ist natürlich Klavier, Hubert Nuss unterrichtet sie. Gut die Hälfte ihres Studiums hat die Tochter zweier Jazzmusiker inzwischen abgeschlossen. Sicher, da liegt noch einiges vor ihr. Trotzdem schmiedet sie schon konkrete Zukunftspläne.

Melancholische oder leidenschaftliche Geschichten

Nächster Schritt: ein Plattenvertrag für ihr Clara Haberkamp Trio. Mit ihrem Schlagzeuger Tilo Weber und ihrem Bassisten Igor Spallati will die 21-Jährige im Dezember ihre erste Aufnahme machen, für die sich dann hoffentlich ein Label begeistern wird. Die Miete fürs Studio bezahlen die Drei von dem Geld, dass sie für den JazzBaltica Förderpreis bekommen. Diese Auszeichnung zu erhalten, sagt Haberkamp, sei für sie eine große Ehre: "Damit hätte ich niemals gerechnet, weil die Musik ja größtenteils im Kämmerlein entstanden ist."

Dennoch klingen ihre Kompositionen reif. Sie erzählen melancholische oder leidenschaftliche Geschichten. Tief taucht das Trio in jede Emotion ein, wofür Haberkamp nicht zuletzt ihre beiden Mitstreiter verantwortlich macht: "Tilo ist sehr sensibel, Igor eher temperamentvoll. Das ist eine gute Mischung." Dass auch ihr Klavierspiel einen großen Teil dazu beiträgt - klar. Schon als kleines Mädchen setzte sie sich ab und zu daheim ans Piano, als Sechsjährige bekam sie ihre ersten Klavierstunden. Tapfer arbeitete sie sich durchs Klassikrepertoire, auch heute noch wendet sie sich immer wieder Beethoven oder Mozart zu: "Ich mache das vor allem, um dem Jazz dienen zu können." Diesem Genre gehört nämlich ihre wahre Liebe: "Man ist da so frei, kann selbst Energie erschaffen. Das mag ich."


(SHZ)

 

Edition Longplay


30 Jahre Compact Disc und mitten im Jubiläum gründet der ehemalige künstlerische Leiter des Jazz-Baltica-Festivals ein Label, das ausschließlich auf das klassische Vinyl setzt. Die Renaissance des analogen Tonträgers, der schwarzen runden Schallplatte, ist zwar bereits seit ein paar Jahren in Gang, doch was Rainer Haarmann mit seiner Edition Longplay nun aus der Taufe gehoben hat, das setzt dem Objekt audiophil veranlagter Musikliebhaber eine Krone auf: Haarmann kleidet sein Vinyl in edle Hüllen, wo das Werk eines Künstlers das Auge reizt. Optik und Musik sollen miteinander korrespondieren, Kooperation zwischen Musiker und Künstler ist das Konzept. Kaum hatte Haarmann sein Projekt bekanntgegeben, regte sich bereits großes Interesse: Bassistin Eva Kruse, Rolf Kühn, Nils Wülker oder Arne Jansen meldeten ihr Interesse ebenso an wie der Gitarrist Jonathan Kreisberg aus New York, das Duo Joe Locke und Edmar Castaneda und manche andere.

Kürzlich sind die ersten drei 18o Gramm schweren Scheiben der Edition Longplay erschienen.

Der 76-jährige Pianist Don Friedman hat mit der Veröffentlichung seines Livekonzerts von der Jazz Baltica des letzten Jahres die Reihe eröffnet.

(Bezau Beatz)

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