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Artikel von Jazzmedia & More -> http://www.jazzmedia-and-more.com/de/news/edition/


EDITION LONGPLAY
Kunst und Musik gehen eine Symbiose ein.

Autor: Jan Fritz 
Photo Rainer Haarmann: Axel Nickolaus

 

Die gute alte Langspielplatte findet immer mehr Freunde. In den für viele Musikliebhaber elenden 80er Jahren kam die Compact-Disc mit geballter Werbemacht in die Plattenläden. Die CD verdrängte Vinyl fast vollständig. Nur eine kleine Minderheit an Musikliebhabern ließ sich nicht abbringen, weiterhin Scheiben aufzulegen und dem "wahren" Hörgenuß zu frönen.Vinyl-Fans wurden weithin als verschroben und altbacken bezeichnet.

 

Wohl dem, der seine Sammlung diesen Unkenrufen zum Trotz nicht veräußert hat! Nicht selten befinden sich in den liebevoll gepflegten Plattenregalen dieser "Unverbesserlichen" echte Schätze, die heute sehr gefragt und wertvoll sind. Die CD hingegen steht für ein Wegwerfprodukt, vor allem, wenn es sich dabei um die in sogenannten "Jewel-Cases" aufbewahrten Silberlinge handelt. Umrahmt von viel Plastikkunststoff fristet die CD ein fast lächerliches Dasein in den Wohnzimmern dieser Welt. Ausnahmen machen die in teuren Pappschubern versteckten und natürlich auch die in wunderschön gestalteten Boxen befindlichen CDs.

Nun hat eine Vinylplatte aber so viel mehr zu bieten als die kleinen digitalen Rundlinge. Es findet sich vielmehr Platz für die künstlerische Gestaltung des jeweiligen Musikthemas. Und auf hochwertigen Plattenspielern, unterstützt von Röhrenverstärkern und feinen Lautsprechern klingt eine Langspielplatte auch um "Längen" besser als eine CD, auch wenn dies weiterhin noch so sehr vehement bestritten wird von den CD-Liebhabern, deren Hörgewohnheit oft digital anerzogen wurde.

Die zweite Blüte der Vinyl ist ein kleines Wunder und das Gesamtkunstwerk Schallplatte ist in das Bewusstsein auch vieler junger Musikfreunde gerückt. Der allgegenwärtigen, sofortigen Verfügbarkeit von Musik zum Download, steht ein neues, waches Musikverständnis entgegen, das sich zwar noch in Nischen des Musikgeschäfts befindet, aber diese Nischen wachsen beständig!

 

Foto: Axel NikolausEin Verfechter dieser Philosophie ist Rainer Haarmann, ehemaliger Festivalchef des JazzBaltica in Schleswig-Holstein. Mit seinem Label "EDITION LONGPLAY" setzt dieser konsequent auf das schöne 180 Gramm Vinyl und veröffentlicht regelmäßig Neuproduktionen seiner Künstler ausschließlich auf Langspielplatte. Dabei verbindet er "Bildende Kunst" mit den musikalisch anspruchsvollen Werken. Die LPs in limitierter und einmaliger Auflage von 500 Exemplaren sind in bester Qualität hergestellt und ihre Cover richten den Blick auf exklusive Kunstwerke, die im Dialog mit den Musikern entstehen.

 

Zwischen 4 und 6 Produktionen pro Jahr sind es, die in Ästhetik und Form begeistern. Rainer Haarmann hat bereits im Jahr 2008 mit seinem vielbeachteten Buch über die "Geschichte der Langspielplatte und des modernen Jazz" (veröffentlicht im "jazzprezzo" Verlag) den Weg aufgezeichnet. Als Produzent von Jazzalben wie vom US-Pianisten Don Friedman oder dem Saxofonisten Bunky Green ist es ihm gelungen, Musiker, die bereits auf seinem Festival "Jazz Baltica" konzertierten (heute unter der Leitung des schwedischen Posaunisten Nils Landgren), für EDITION LONGPLAY zu gewinnen.

 

Aktuell dreht sich ein wundervolles Album des Bassisten Martin Wind auf dem Plattenteller. Sein Quartett hat gemeinsam mit dem legendären Schlagzeuger Joe La Barbera und voll besetzten Sinfonieorchester ein Werk zu Ehren des unvergessenen Pianisten Bill Evans aufgenommen. "Turn Out The Stars - Remembering Bill Evans" ist ein Juwel des klassischen Konzeptalbum-Genres.

 

Es vereinigt kompositorische Finesse mit der feinen Stilistik der einzelnen Solisten. Das Orchester unterstützt dabei die Improvisationen über die Evans'schen Originalkompositionen in einzigartiger und angenehm zurückhaltender Weise. Ein wahrer Hörgenuß! Das Cover der Platte hat der Künstler Max Neumann gestaltet. Der Schriftsteller Cees Noteboom hat zu diesem Werk ein paar Zeilen geschrieben, die im Klappentext  der Platte nachzulesen sind. Noteboom beschreibt dabei die Leere, die entsteht und die uns manches Mal umgibt, wenn wir in einer Gruppe von Menschen stehen und plaudern. Das Gemälde von Max Neumann schafft Raum für eine tiefergehende Konversation und entspricht damit genauestens dem musikalischen Anspruch und der Aussage dieser Langspielplatte.

Wünschen wir Rainer Haarmann und seiner EDITION LONGPLAY ein sprichwörtlich langes Leben und freuen wir uns auf die künftigen Werke, die aus dem hohen Norden Deutschlands zu uns gelangen.

 

Weiterführende Informationen zum Label, Bezugsquellen und Bestellmöglichkeiten sind im Netz verfügbar unter:

www.editionlongplay.com

 

und ein interessantes Interview mit Rainer Haarmann gibt es online unter:
http://www.editionlongplay.com/images/stories/presse/HS20_WEB_Interview_Haarmann.pdf

 


 

Artikel aus Jazzthetik 1+2. 2014

Jazzthetik 1+2 2014 

Schleswiger Nachrichten v. 3.12.2013SLN Seite 11 vom 3.12.2013


 

Artikel aus  "HIFI STARS" 12/2013

HIFI STARS 12/2013

 


 

HIFI STARS 12/2013


 

Artikel aus Jazz Podium 12/13Artikel aus Jazz Podium 12/13

 

 


 

 

 

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