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Künstlerin Elsbeth Arlt nach längerer Krankheit gestorben

 

Flensburg. Die 1948 geborene Künstlerin Elsbeth Arlt (Foto) starb am Freitag nach längerer Krankheit. 2012 wurde die Flensburgerin mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein geehrt. Bekannt wurde Arlt durch ihr Schaffen im unverwechselbaren Umgang mit Sprache und Bild, mit Schrift und Malerei. Ihre Gemälde und künstlerisch bearbeiteten Bücher wurden durch Ausstellungen, unter anderem in der Kieler Kunsthalle, auf dem Museumsberg Flensburg sowie vielen weiteren Instituten einem breiten Publikum bekannt. Mit Hingabe arbeitete sie zuletzt an der Gestaltung des aktuellen Covers für das Plattenlabel Edition Longplay. Herausgeber Rainer Haarmann, von 1991 bis 2011 künstlerischer Leiter von JazzBaltica, trauert um eine gute Freundin. Der Cover-Art-Titel für die am 24. Juli veröffentlichte LP mit Musik des New Yorker Gitarristen Romero Lubambo lautet „Close Your Eyes“. vog


www.shz.de

20.07.2015

 

 

Ralf Henke in LP – Magazin für Analoges HiFi & Vinyl-Kultur, Ausgabe 3/15

Artikel aus LP von Rainer Henke

 


 

Medientipp der Woche in der Sonntagsausgabe des "Pinneberger Tageblatt"

Bericht von Dietmar Vogel:

Medientipp der Woche in Pinneberger Tageblatt


 

 

Romero Lubambo: Setembro ( Solo Gitarre)

Edition Longplay EL14 (LP 180g)  

Man könnte ihn als Fackelträger bezeichnen: Als Verwalter der großen Kunst von Meistern wie Laurindo Almeida, Baden Powell, Antonio Carlos Jobim, João Gilberto, Luiz Bonfá. Doch der 1955 in Rio de Janeiro geborene, seit 1985 in den USA lebende Gitarrist ist nicht einfach ein Erbe, sondern ein Stilist von eigenem Rang, ohne Frage einer der größten Meister der brasilianische Gitarre. Astrud Gilberto, Michael Brecker, Al Jarreau, Harry Belafonte, Herbie Mann, Dizzy Gillespie, Flora Purim, Grover Washington jr. – die Liste namhafter Kollegen, mit denen er tourte oder auf deren Platten er zu hören ist, ist so lang wie klangvoll. Dianne Reeves nannte Lubambo ihren "brother from another mother", so gut paßte sein so subtiles wie prägnantes Spiel zu ihrer Stimme und ihren musikalischen Vorstellungen. In ihrer Band trat er denn auch anno 2001 erstmals auf dem von Rainer Haarmann kuratierten Jazz Baltica-Festival auf; es war der Anfang einer engen Freundschaft zwischen dem Musiker und dem Veranstalter. So war es denn auch Lubambo selbst, der spontan den Wunsch äußerte, für Haarmanns Vinyl-Only-Label ein Album aufzunehmen – überflüssig zu sagen, daß er damit eine offene Tür einrannte. Die Aufnahmen fanden im Dezember 2014 in New York statt; das Ergebnis ist eine der raren Gelegenheiten, Lubambos Tonkunst gänzlich ungefiltert zu erleben – tritt er doch meist als Ensemblemitglied oder Leader seines eigenen Trios in Erscheinung. Hier ist er unbegleitet, und man darf hier wohl von einer Transzendenz des Gitarrespiels sprechen: Immer wieder scheint es (Marcos Valles "Presciso aprender a ser so" ist ein besonders schönes Beispiel dafür), als würde Lubambos Instrument direkt zu einem sprechen. Eine Ausnahme-LP: Gitarrenplatten wie diese gibt es nur alle Jubeljahre einmal. Und das Edition Longplay-Konzept der Verbindung von Musik und bildender Kunst erlebt hier auch einen besonderen Höhepunkt: Elsbeth Arlts eigens für diese LP angefertigte Wasserfarben-Arbeit "Close Your Eyes" könnte kaum besser zu Lubambos Gitarren-Erzählungen passen…

 

Janis Obodda

Magazin HiFi-Stars 28/15


 

Herbert Heil von WEGOTMUSIC:DE schreibt:

SCHALLPLATTEN FÜR AUGEN UND OHREN: RAINER HAARMANN LÄSST VINYL-SCHEIBEN HOCHLEBEN 

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Für die Freunde der Schallplatte waren die 1980er Jahre ein Albtraum. Die Compact Disc, kurz CD, kam auf den Markt und die Silberlinge verdrängten die Vinyl-Scheiben fast vollständig. Inzwischen, nach gut dreißig Jahren, bröckelt die Vormachtstellung der CD, ja die Compact Disc ist auf dem absteigenden Ast. Die Schallplatten-Umsätze schnellen nach oben. Die zweite Blüte der schwarzen Scheiben grenzt an ein kleines Wunder. Oft tot gesagt, ist der Tonträger auch im Zeitalter von MP3 und CD beliebt – und das nicht nur bei Klangfetischisten. Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, dass das Gesamtkunstwerk Schallplatte mehr und mehr in das Bewusstsein auch vieler junger Leute gerückt ist. 1,8 Millionen Vinyl-Alben wurden 2014 in Deutschland verkauft und damit so viele wie seit 1992 nicht mehr. Der Marktanteil der Longplayer beträgt aktuell immerhin 2,6 Prozent. Das mag viele Gründe haben. Ein wichtiger ist sicherlich: Der allgegenwärtigen, sofortigen Verfügbarkeit von Musik zum Download, steht ein neues, waches Musikverständnis entgegen, das sich zwar noch in Nischen des Musikgeschäfts befindet, aber diese Nischen wachsen zusehends. Auch das Image hat sich gewandelt. Galten Vinyl-Fans früher als verschroben und altbacken, so ist das heute ganz anders. ...weiter lesen


 

Ralf Henke in "LP - Magazin für analoges HiFi & Vinyl-Kultur!" schreibt:

Romero Lubambo - Setembro
Genre: Brazilian Guitar Jazz
Label: Edition Longplay
Bestellnummer: 14

 

Was für ein Auftakt! Direkt mit der ersten Nummer „Influencia do Jazz“ vermag Romero Lubambo die Hörerschaft zu begeistern und für sich einzunehmen. Sein präzises, kraftvolles Spiel ist eine Klasse für sich, lässt dabei stets Raum für Gefühl und durchdringt jede Zelle des aufnahmebereiten Hörers, was dank der herausragenden Klangqualität allerdings auch ein Leichtes ist. Mit geschlossenen Augen stellt man sich unweigerlich vor, einer privaten Aufführung beizuwohnen und jede Saitenschwingung versetzt einen in reine Verzückung. Der brasilianische Großmeister der Gitarre performt nach „Só Brazilian Essence“ abermals als Solist, diesmal aber ausschließlich für Vinyl-Fans, denn „Setembro“ ist in der besonderen LP-Reihe von Edition Longplay erschienen. Regelmäßige LP-Leser kennen inzwischen die stets auf 500 Stück limitierten Pressungen, die in exklusiven, von Künstlern gestalteten Covern eine Freude für Auge und Ohr sind. Mit „Meditation“ von Jobim setzt sich das Album, anders als es der Songtitel vermuten lässt, beschwingt fort und lässt vor dem inneren Auge die Wellen des Atlantiks an den brasilianischen Strand schwappen. In diesem Stil geht es auf den folgenden acht Titeln (dazu noch zwei auf den vier Unikat-LPs) weiter, auf jedem Stück beeindruckt Romero Lubambo mit der Raffinesse seines Gitarrenspiels, mit dem er mühelos ganze Landschaften erzeugen kann; seine Komposition „Muriqui“ setzt sich dabei in punkto Intensität an die Spitze des Songangebots während Romero auf dem Titelsong mit einer Feingliedrigkeit zu Werke geht, bei der man fast das Atmen vergisst. Zusätzliche Abwechslung kommt dadurch auf, dass neben der akustischen auch die elektrische Gitarre zum Einsatz kommt. Wer sich die Chance zum Erwerb dieses Ausnahme-Albums entgehen lässt ist wahrlich zu bedauern.

Ralf Henke in "LP - Magazin für analoges HiFi & Vinyl-Kultur!" (5/2015)

"Ein sagenhaftes Meisterwerk von betörender Schönheit."

(rh)


 

Alle Inhalte Copyright Rainer Haarmann wenn nicht anders bezeichnet